Zukunft Zahnarztpraxis: Wie Dampsoft hilft, den Fachkräftemangel mit KI und Technologie auszugleichen
Shownotes
In diesem Gespräch mit Andrej Teterin von Dampsoft wird die digitale Transformation der Zahnarztpraxen thematisiert. Die Herausforderungen, die durch Fachkräftemangel und Bürokratisierung entstehen, werden ebenso diskutiert wie die Lösungen, die durch Digitalisierung und den Einsatz von KI entwickelt werden. Andrej erläutert, wie Dampsoft die Praxisverwaltungssysteme an die Bedürfnisse der modernen Zahnarztpraxen anpasst und welche Rolle die menschliche Komponente in der digitalen Medizin spielt.
Takeaways
Dampsoft ist seit 40 Jahren in der digitalen Zahnmedizin tätig. Die größten Herausforderungen sind Fachkräftemangel und Bürokratisierung. Die Dokumentationsanforderungen nehmen zu, was Praxen belastet. Automatisierung kann repetitive Aufgaben in Praxen übernehmen. Online-Rezeption und Check-In-Prozesse werden entwickelt. KI wird zur Unterstützung der Dokumentation eingesetzt. Die menschliche Zuwendung bleibt in der Medizin wichtig. Ältere Generationen sind oft offen für digitale Lösungen. Die Digitalisierung kann die Effizienz in Praxen steigern. Zukunftsorientierte Softwarelösungen sind entscheidend für die Praxisentwicklung.
Kontakt Linkbeschreibung
Unser Podcast:
#dentalisiert auf weissheit.net
Social Media Weissheit:
Kontakt Weissheit:
Telefon: +49 5941 2029680
E-Mail: info@weissheit.net
Transkript anzeigen
Stefan: Hallo und herzlich willkommen bei Dentalisiert. Ich habe heute die Firma Dumpsoft bei mir, den André Teterin. Dumpsoft ist ja das Praxisverwaltungssystem mit dem höchsten oder die Firma hinter dem Praxisverwaltungssystem mit dem höchsten Marktanteil in Deutschland und wir unterhalten uns heute über die Zukunft von den Herausforderungen und der Praxisverwaltungssysteme im Jahr 2026. Hallo André, grüß dich.
Andrej: Ja, schön guten Morgen. Danke, dass ich bei dir sein darf. Freue mich sehr.
Stefan: Ich würde ganz gerne beginnen mit der Vorstellung von Dumpsoft, obwohl ich glaube, dass unsere Zuhörerinnen und Zuhörer da sehr gut informiert sind. Ihr seid die Marktführer in dem Bereich, aber ich würde dich bitten, ersten Teil Dumpsoft doch noch mal vorzustellen für die, die noch keine Berührungspunkte hatten zu Dumpsoft und danach auch, was du bei Dumpsoft machst und warum wir beide uns über dieses Thema heute unterhalten.
Andrej: Ja, das mache ich sehr gern. Danke dir. Ja, ganz kurz zu uns. Erstmal danke für die Blumen. Wir digitalisieren seit 40 Jahren die zahnärztliche Versorgung in Deutschland. Wir haben mal angefangen mit der Digitalisierung der Abrechnung und über die Jahre ist das immer weiter gewachsen und wir verstehen uns, obwohl wir das lange Jahre waren. eben nicht mehr als Praxisverwaltungssystemanbieter, sondern als breit aufgestellter Softwareanbieter, der ganz, ganz viele Workflows in den Praxen und in der Versorgung digitalisiert und damit ermöglicht, in Zeiten von Fachkräftemangel wohnortnah Versorgung sicherzustellen. Das ist das, was wir tun. Und wir haben dabei das Ohr auf der Schiene, wie man so schön sagt, hören unseren Kunden zu, was brauchen die. Und offensichtlich ist uns das ganz gut geglückt in den letzten Jahrzehnten, denn die Firma ist immer weiter gewachsen und wir durften immer mehr Praxen bei immer mehr Themen und Workflows unterstützen. Das ist das, was wir tun und wir sind da noch nicht am Ende, sondern sehen viele Herausforderungen auf die Versorgung, auf die Praxen zukommt. Da sprechen wir gleich sicher nochmal dazu und wir glauben, dass wir viele Antworten haben und Teil der Lösung sein. Ja, kurz zu mir. Ich bin der André Teterin, bin seit über zehn Jahren bei Dumpsoft, habe viele Jahre das Produktmanagement bei Dumpsoft gemacht, also viele neue Produkte, Bestandsprodukte, gemanagt, eingeführt und seit kurzem kümmere ich mich die Themen Geschäftsentwicklung und Strategie hier bei uns und Kooperation und Regulierung. Ja, das ist das, ich tue und umso mehr freue ich mich heute bei dir sein zu dürfen.
Stefan: Dementsprechend bist du genau am Ohr der Zeit, weißt also auch genau, wo die Herausforderungen sitzen in den Zahnarztpraxen in Deutschland. Ich weiß gar nicht Deutschland. Wie sieht es aus deutschsprachiger Raum oder seid ihr auch international unterwegs?
Andrej: Wir sind in Primär in Deutschland unterwegs und das hat was damit zu tun, dass sagte, wir kommen aus der Abrechnungsecke und wir haben die deutsche Abrechnungsloge ganz tief bei uns in den Praxisverwaltungssystemen. haben ja zwei, wir haben ja das Markt für DSWin und dann haben wir das webbasierte DS4 ganz neu. Da ist diese Abrechnungsloge ganz tief verzahnt und deswegen sind wir auf dem deutschen Markt auch primär sozusagen und nicht in anderen Ländern, gleichwohl wir aus vielen Ländern ständig Anfragen kriegen, könnt ihr nicht auch woanders hin. Das kann, könnte man alles machen. Aber der der Umbauaufwand ist schon, der ist schon enorm. Deswegen zögern wir noch sozusagen mit dem Schritt in andere Länder, weil wir glauben, wir haben in Deutschland noch genügend zu tun. Es gibt viele Hausaufgaben für uns und deswegen konzentrieren wir uns. wenn du so willst, unseren Stammmarkt und glauben, dass wir da noch mehr erreichen.
Stefan: Wir hatten ja schon über die Herausforderungen der Zahnarztpraxen ab dem nächsten Jahr, ab 2026, gesprochen. Das sind eigentlich mehrere und da du ja das Ohr in den Praxen hast und weißt, was die Suppe betreffen, sag doch mal vielleicht, die größte Herausforderung der Praxen aktuell.
Andrej: Ja, also es sind aus meiner Sicht sind es zwei. Tatsächlich ist das einmal der Fachkräftemangel in den Praxen und Bürokratisierung. Das sind die beiden Top-Themen, die die Praxen umtreiben.
Stefan: Mhm.
Andrej: Und jetzt, ich zöger gerade so, weil ich könnte ganz, ganz viel erzählen, aber wir müssen uns ja kurz fassen. Also ich mach das an so ein paar Anekdoten fest. Mir begegnen immer öfter Praxen, die sagen, meine beste ZFA geht in Rente. Was mache ich jetzt bloß? Und dann reagieren die Praxen, indem sie die Öffnungszeiten reduzieren.
Stefan: Hm?
Andrej: Und jetzt stellt ihr das bitte mal flächendeckend vor, weil demografischen Wandel gibt es überall. Und jetzt stellt ihr bitte flächendeckend vor, ganz viele Praxen würden jetzt reinweise ihre Angebote reduzieren. Was das für die Gesundheit der Menschen in diesem Land bedeuten würde, das können wir nicht wollen und nicht gut heißen. Deswegen das ist das Allergrößte und das hängt auch zusammen. Es gehen nicht nur ZFAs in Rente. sondern die haben auch keine Lust mehr auf den Job, weil das sehr stressig ist, weil das von hohen bürokratischen Auflagen geprägt ist, die auch zunehmen, auch wenn unsere Bundesregierung von Entbürokratisierung spricht. Die Wahrheit ist, die Anforderung an die Dokumentation medizinischer Vorgänge, die nimmt nicht ab, sondern die nimmt zu. Und das ist so dieser alte Spruch, wer schreibt da bleibt. nur wenn du Leistungen ganz blitzsauber dokumentierst und auch begründest, warum habe ich jetzt was gemacht, welche medizinischen Entscheidungen sind, auf welcher Informationsgrundlage passiert, bekomme ich auch das Geld von von Krankenkassen beziehungsweise Kassen zahnärztlichen Vereinigung. Das heißt, ich muss immer mehr tun und beweisen, damit ich als Zahnarzt dann eben auch ein angemessenes Honorar bekomme. da stehen immer mehr Praxen und auch Menschen darunter, weil das immer überbordender wird und leider wird es nicht weniger. Und das sind so die beiden Hauptthemen unter der immer mehr Praxen ächzen. muss das wirklich so sagen. Und da glauben wir, können wir helfen in solchen Situationen, dort neue Lösungen zu finden, die eben nicht mehr. bedeuten. Ich versuche meine gute ZFA, die 20, 30 Jahre bei mir in der Praxis war, eins zu eins zu übersetzen. Denn die Wahrheit ist, diese Menschen gibt es ja gar nicht mehr. Also dieses Erfahrungswissen der besten ZFA, die mich ganz lange als Standards unterstützt hat, die finde ich ja nicht mehr. Weil die jungen Menschen, denen steckt diese Erfahrung nicht, denen fehlt das Erfahrungswissen. Das heißt, ich kann diese Rolle, diese Person, die da ganz viel und mir den Rücken freigehalten hat als Behandler, gar nicht mehr ersetzen eins zu eins, sondern ich bin als Praxis, als Zahnarzt, Zahnärztin gefordert, ganz neu darüber nachzudenken in solchen Situationen, wie organisiere ich meine Praxis dann morgen, wenn ich eben diese gute Kraft nicht mehr eins zu eins ersetzen kann. Das heißt, muss mich über Arbeitsteilung Gedanken machen und überlegen, Dinge kann ich durch Algorithmen, durch Maschinen erledigen lassen, Klammer auf, bestimmte Vorgänge, vielleicht kennst es von dir selber, die repetitiv sind, die du jeden Tag machen musst und eigentlich keinen Wert dabei machst, sozusagen schaffst, die erfüllen dich nicht mit Freude. Und genauso geht es den Menschen auch an der, zum Beispiel an der Rezeption und Anmeldung, die bestimmte Arbeitsvorgänge erledigen. wo sie aber gar nicht mit Patienten sprechen, sondern nur irgendwelche Klicks machen und Zeit verplempern mit irgendwelchen Dingen. Das merken wir immer öfter. Vielleicht ist das auch eine Frage der Zeit, dass sich viele Menschen fragen. Macht mir das, was ich hier tue eigentlich Spaß? Erfüllt mich das? Und immer öfter sagen eben auch ZFAs, ZMVs, ich habe keinen Bock mehr drauf so zu arbeiten. möchte auch Spaß und Erfüllung und deswegen sagen wir alle Dinge, man automatisieren kann, die sollte man auch automatisieren. Die darf man auch einem ein Stück Software, eine Maschine tun lassen und muss das nicht mehr durch einen Menschen machen lassen. Ich gebe dir ein schönes Beispiel. Wir sind ja beide nicht die jüngsten.
Stefan: Ja, gerne. Mhm.
Andrej: Und du wirst dich vielleicht noch an eine Zeit erinnern, wo man früher abends nach einer Party in der Küche stand und das Geschirr abgewaschen hat und dann dabei stand und geklönt hat und noch ein Glas Sekt getrunken hat. Wir haben, denke ich, heute alle Geschirrspülmaschinen. Das heißt, dort ist ein Arbeitsvorgang, den man früher mit manueller Tätigkeit erfüllt hat, der lange gedauert hat. haben dann drei Einheit abgewaschen, einheit abgetrocknet. Vielleicht waren es auch zu zwei, zu dritt. Heute lässt du das eine Maschine machen. Und das übersetzt quasi in die Zahnarztpraxen, glauben wir, dass es auch Vorgänge gibt, die heute noch sehr oft quasi durch einen einzelnen Menschen passieren. Die kannst du quasi durch eine Maschine ersetzen lassen. Das ist jetzt quasi eine Analogie. Da glauben wir, dass da ganz viel passiert. Ganz simples Beispiel, Terminbuch auf Papier führen. Das kann man machen.
Stefan: Mh. Mhm.
Andrej: Die Frage ist, ist das klug in Zeiten von Personalmangel, etwas vollständig durch eine hochbezahlte Person machen zu lassen oder kann ich das Teil automatisieren, kann ich Termine durch Patienten online buchen lassen. Da gibt es viele, viele Möglichkeiten, von denen wir denken, dass man das in Zukunft anders schlauer machen kann, wenn man denn den Mut hat, sich solche Fragen zu stellen als Behandler.
Stefan: Welche Entwicklung gibt es denn in dem Bereich, jetzt diese Tätigkeiten zu digitalisieren, die den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Praxis keinen Spaß mehr machen? Unabhängig vielleicht vom Terminbuch, was wir schon seit ein paar Jahren haben, gibt es da Neuerungen?
Andrej: Ja, tatsächlich, woran wir gerade ganz stark arbeiten, ist das Thema Online-Rezeption und Check-In-Prozesse. Ich gebe dir da ein Beispiel. Auch das ist keine neuere Entwicklung, aber wir hören immer öfter von Praxen, sagen, können wir nicht diesen Anmeldeprozess sozusagen personenunabhängig
Stefan: Mhm.
Andrej: gestalten und in der Regel nur, ich erkläre das einmal so für die Hörer, damit man so einen Eindruck bekommt, wie passiert sowas. Wir nehmen Eindrücke aus dem Markt wahr und wenn wir genügend Hinweise bekommen von Kunden in einer bestimmten Zeit, merken wir, okay, hier entsteht ein Trend und dann fangen wir an zu arbeiten, zu konzeptionieren und das haben wir die letzten ein, zwei Jahre beim Thema Online-Rezeption gemacht und was wir jetzt nächstes Jahr rausbringen werden. vor allen Dingen auch im DSWIN-Bereich ist das Thema Online-Check-in. Das heißt, wir wollen es möglich machen, dass der Patient quasi selbstständig, ohne mit einem Mitarbeiter der Praxis zu sprechen, den Check-in-Prozess machen kann. Das ist wie beim Fliegen vom Flughafen. Da kennen wir das schon seit Jahren, wo wir von zu Hause aus uns die Bordkarte buchen und dann direkt am Flughafen den Koffer irgendwo abgeben und dann zum Gate gehen. Und das war's dann. Das heißt, wir sprechen da auch mit keinem Menschen mehr oder von Hotels kennt man das auch mittlerweile hier und da. Ich war zuletzt in Berlin. Ich habe da gar keinen Menschen in der der in der Lobby unten gesehen, sondern habe an einem Terminal mich angemeldet. bin die und die Person, habe mich einmal identifiziert. Das würden wir mir dann mit der EGK machen. Die gibt es ja noch, die elektronische Gesundheitskarte. gucken, wie lange noch. In einigen Jahren wird die EGK ja auch wegfallen und zu einer digitalen Identität auf dem Handy werden. Und das heißt, wir haben jetzt unseren Kunden zugehört und wir haben ja sehr viele kleinere Praxen bei uns im Portfolio. Dumpsoft steht ja dafür, Wohnortnahe Versorgung in der Fläche zu ermöglichen. Wir denken nicht nur an die Großstadt, sondern eben auch an ländliche Regionen, Kleinstädte. Und da haben uns viele Kunden gesagt, ja, liebe Dumpsoft Leute, Online-Rezeption finden wir gut, aber wir wollen nicht diese riesen Terminals da stehen haben und da viel Geld ausgeben. Wir wussten gar nicht, wo wir die hinstellen sollen. Deswegen haben wir eine ganz kleine Lösung gebaut, wo die Praxis eigentlich nur einen Bildschirm braucht, ein Kartenlesegerät. Und das kann man irgendwo sogar ins Regal stellen sozusagen, mit ganz wenig Platz, wo die Patienten sozusagen hinkommen können und sagen, hier bin ich. Die Karte einmal stecken, das bestätigen und dann schickt einen die Software eben ins Wartezimmer oder direkt ins Behandlungstimmer 7. ⁓ Das haben wir getestet und das werden wir nächstes Jahr eben ausrollen. Und damit glauben wir, dass wir vielen Praxen schon mal an der Rezeption helfen können. Wir glauben nicht, dass wir jetzt alle Patienten sozusagen darüber schleusen können. Aber selbst wenn nur ein Viertel oder die Hälfte der Patienten nicht mehr vorne zur Rezeption muss und dort sagen muss, ich bin da und hier ist meine Karte, glauben wir, können wir schon mal für Entlastung an der Rezeption sorgen und dafür sorgen, dass die Patienten, wirklich eine Zuwendung haben wollen und das Gespräch suchen und auch mal Klönschnack machen, wie man hier in Norddeutschland sagt, die können das dann auch. Und dann kann sich die Rezeptionskraft eben auch die Zeit nehmen für die 80-jährige Oma, mit der man auch noch mal ein bisschen Smalltalk machen möchte. Aber die Person, die keine Zeit hat und gar nicht sprechen will, die kann den Check-in-Prozess eben komplett alleine machen. Das ist das erste große Ding, an dem wir arbeiten. Ja, und das zweite große Thema, weiß nicht, ob wir darüber gleich jetzt im Anschluss sprechen wollen, ist
Stefan: Das passt schon. Du hast ja auch meine kleinen Nachfragen dazu schon gleich erzählt. Nämlich wo bleibt der Mensch dabei und wie kriegen wir es hin, dass wir die ältere Generation daran gewöhnen, sie die Digitalisierung nicht verschlafen, sondern es ihm bewusst ist, dass eben nicht mehr zwei ZMPs vorne sitzen können, sondern vielleicht nur noch eine und man dann als ältere Person da rangehen kann und die Jüngeren dann eben die Abkürzung nehmen ans Terminal. Was mir dazu nur eingefallen ist, ich finde es immer gut, wenn man sich so präsentiert, hey, hallo, ich bin da, ich bin gesehen und da komme ich dann auch dran. Ganz oft denkt man, man kommt nicht dran, man hat sich angemeldet vorne und sitzt im Wartezimmer, Wartezimmer ist voll, ist bei Zahnärzten meist nicht der Fall, weil da über das über das Terminieren ja immer noch mehr Kontrolle möglich ist, aber es ist ja dann doch, die ist doch nach mir gekommen, warum ist es schon früher dran und so was. Und da denkt man dann auch, ich hab mich jetzt online angemeldet, vielleicht hat das gar nicht geklappt, meine Karte ist gar nicht angenommen worden oder so was. Aber das ist glaube ich eher bei uns etwas älteren Menschen so der Fall, dass man da noch zurückdenkt an früher.
Andrej: Das weiß ich gar nicht, ob das eine Altersfrage ist. Also meine Erfahrung ist, die Einstellung zu Veränderungen, das würde ich nicht so pauschal am Alter festmachen, sondern wir erleben auch bei unseren Kunden hoch innovative, ich sage immer höhere Semester, die mit über 60 sich begeistern für die neuesten Technologien. Also ich bin dagegen, das direkt so am Alter festzumachen, weil ich glaube, es gibt auch ganz junge, alte und alte Junge, die schon mit 25 keinen Bock auf Neuerungen haben. Ist eher eine Einstellungsfrage, um mal da eine Lanze zu brechen.
Stefan: Mhm, okay.
Andrej: Ja, aber vielleicht noch mal als Ergänzung dazu, woran arbeiten wir noch? Das war ja deine Frage, Damsdorf, ruht ihr euch jetzt auf auf eurem hohen Rost und auf eurem tollen Marktanteil? Ne, das tun wir nicht. Wir erleben nämlich, dass es ganz, ganz viele mutige Menschen gibt und Start-ups in dieser Branche, die diesen Mangel sehen und die an ganz, ganz vielen Lösungen schrauben und bauen.
Stefan: Mhm.
Andrej: weil sie merken, gibt es Hilfebedarfe und die kann man mit Software bedienen. Du hast es schön gesagt, Thema Online-Terminmanagement haben wir uns schon dran gewöhnt. Das nutzen immer mehr Menschen. Fast die Hälfte aller Patienten hat damit schon mal Kontakt gehabt. Ich denke, jeder hat beim Friseur oder beim Restaurantbesuch auch schon mal Termine online gebucht und beim Arzt macht man es eben auch. Und das zweite große Thema, an dem wir eben arbeiten, ist eben die Frage, wie können wir die ganze Zeit, die in die Dokumentation, in den Praxen reinfließen muss, damit man an sein Geld kommt, wie können wir die reduzieren? Und da gibt es mittlerweile mit dem ganzen Thema KI und Speech-to-Text ganz viele neue technologische Möglichkeiten. die jetzt so groß geworden sind, man steht ja jeden Tag in der Presse, so neu ist das gar nicht mehr, dass wir gesagt haben schon vor einiger Zeit, wir wollen diese Technologie nutzen, ⁓ den Praxen zu helfen. Ich mache mal auch hier wieder ein Beispiel. dann, du einen Stift in die Hand nimmst und auf Papier etwas aufschreibst, dann
Stefan: Garnöhe.
Andrej: Das muss uns alle eigentlich aufwecken und sagen, okay, in Zeiten von Digitalisierung kann das eigentlich. Kann das eigentlich kein sinnvoller Vorgang mehr sein? Oder ich frag dich mal anders, wann hast du zuletzt mit einem Stift etwas unterschrieben? Wirklich ein Vertrag oder irgendwas so genau, dass das privat machen wir das fast gar nicht mehr. Klammer auf, da leidet dann auch die Handschrift drunter. Also, wann hast du zuletzt mal ein Brief geschrieben? Das macht man ja gar nicht mehr.
Stefan: Ähm, lange nicht mehr. Ja. Ja. Mh.
Andrej: Das, was wir im Privaten erleben, das haben wir gesagt, dass wir wollen es einfach nicht mehr zulassen, sage ich mal, dass jemand in der Praxis auf Papier irgendetwas aufschreibt oder nach einem Gespräch irgendetwas dokumentiert und sagt, was habe ich jetzt diesen Patienten erzählt? Was habe ich? Was haben wir besprochen? Und wir haben dazu jetzt im vergangenen Jahr Im vergangenen Jahr ein eigenes KI-Team bei Dumpsoft aufgebaut. Wir haben uns das lange angeschaut und gesagt, das ist eine Technologie, die ist so mächtig, dass wir die nutzen wollen, ⁓ Arzt-Patienten-Gespräche datenschutzkonform sozusagen aufzunehmen und die wesentlichen medizinisch relevanten Inhalte direkt integriert in unsere Praxisverwaltungssysteme dann sozusagen rein schreiben zu lassen, sodass der Arzt oder die ZFAA oder wer auch immer diese Gespräche nachher sozusagen dokumentiert und irgendwo reinschreibt, dass das voll automatisch im Hintergrund passiert, wie so eine, wir sagen dazu immer, eine digitale Arbeitskraft der Praxis, die das alles hört und quasi als ob die hinter dir stehen würde und das digital alles sozusagen aufnimmt und direkt an die richtige Stelle in die jeweils richtige Patientenakte im PVS reinschreibt. Das wird dieses Tool leisten, aber das ist uns nur der erste Teil der Reise. Also diese Aufnahme von Gesprächen, Zusammenfassung ist für uns der erste Punkt. Wir werden weitere Use Cases sozusagen vorkonzeptioniert. Daran arbeiten wir schon. Das geht dann hin bis zur Abrechnungsoptimierung, zur Planerstellung. Ich mache das immer an einem Beispiel fest. Im schönsten Fall hast du eben voll automatisiert durch Intra-Ural-Scans die medizinische Situation sozusagen in Sekundenschnelle erfasst. Und unser Gedanke geht daran, dass wir auf Basis der Diagnose-Information Ableitungen treffen wollen, voll automatisiert mittels KI. dem Arzt Empfehlungen am Ende zu geben, sagen, 90 Prozent deiner Kollegen haben in dieser Situation Folgendes gemacht. Das heißt, wir denken das bis hin zu einer Art Empfehlungscharakter, einen Vorschlag. Selbstverständlich sind damit ganz, ganz viele regulatorische Fragestellungen auch verbunden, weil wir wollen ja nicht den Arzt ersetzen, unterstützen. Es soll ein Entscheidungsunterstützungsinstrument werden. Und das Erfahrungswissen, so jemand hat, der 20, 30 Jahre in der Praxis ist, das wollen wir eben gleich auch jungen Kollegen anbieten, die jetzt ganz neu sind und denen eben noch nicht, in denen noch nicht die Erfahrung aus tausenden Patientenbehandlung drin steckt, die frisch vom Studium kommen, denen wollen wir besser unter die Arme greifen, damit sie gleich eine ganz hochwertige Versorgung machen können. Da gehen unsere Gedanken also hin. Also es nochmal zusammenzufassen, diese Dokumentationsfunktion, die werden wir nächstes Jahr ausrollen. Wir testen das gerade schon mit ganz viel Erfolg, sowohl im DS4 als auch im DS-WIN, kriegen da ganz, ganz viel Zulauf und merken, dass man enorm viel Zeit spart nach jeder Behandlung. wenn man das aufsummiert, gerechnen wir damit, dass man pro Tag also Stunden, Stunden sparen kann, je nach Größe der Praxis auch. Und da glauben wir, dass wir einen ganz großen entlastenden Effekt in den Praxen erzielen können. Weil wozu soll das am Ende dienen? Wir wollen ja hier, das ganz klar zu sagen, niemand arbeitslos machen, sondern das ist wie bei der Rezeption auch, da wo man Zeit sparen kann und durch Technologiesachen wegarbeiten lassen kann, das wollen wir ermöglichen, damit wir in den Situationen, wo menschliche Zuwendung nötig ist, dass der Arzt die die auch sozusagen sich die Zeit nehmen kann, mit einem Angstpatienten lange zu sprechen und ihn aufzufangen, weil ich denke, wir wissen es alle, der Kern guter medizinischer Versorgung ist ein ganz vertrauensvolles Verhältnis zwischen Arzt und Patient, dass man dort in einem ganz geschützten Rahmen sich öffnen kann und dem Arzt unter vier Augen und unter Tränen sagen kann, was einen bedrückt. Dann kann der Arzt sich wirklich auf diesen Menschen einlassen, wie kann ich diesen Menschen jetzt bestmöglich helfen mit seinem medizinischen Problem, wie muss ich den an die Hand nehmen. Und das kann ich nur, wenn ich weiß, ich habe jetzt die Zeit, auf diesen Menschen einzulassen. Ich denke, wir kennen dasselbe, wenn du in einem Hamsterrad bist und weißt, in fünf Minuten kommt der nächste Patient, ich habe jetzt gar nicht die Zeit, mich mit dem jetzt ganz individuell und ausführlich zu beraten und zu besprechen. dann fühlst du dich auch nicht gut als Behandler, weil du sagst, eigentlich müsste ich jetzt hier, aber ich kann ja nicht, weil da hinten schon der nächste mit den Hufen scharrt und das wollen wir möglich machen, dass Medizin wieder menschlicher wird und persönlicher und zugewandter. Das wollen wir mit unseren Softwarelösungen möglich machen.
Stefan: Hm. Also überall da, die Digitalisierung hilft, seid ihr da an der richtigen Stelle und da, Digitalisierung nicht helfen kann, dem Bereich, über den hast du gerade gesprochen, über die menschliche Seite, da brauchen wir sie eigentlich am Ende auch nicht. Gibt es denn noch?
Andrej: Wir brauchen, Entschuldigung, das zu sagen, weil das als Softwareunternehmer, kriegt man ja manchmal so den Vorwurf, naja, ihr wollt ja alles digitalisieren und man braucht ja keine Menschen. Das ist nicht unser Bild. werden, wir werden, also Medizin wird immer von Menschen für Menschen gemacht werden und wir brauchen dort die Ärzte. Aber jemand sagte das neulich schön. Ärzte mit KI.
Stefan: Hm.
Andrej: werden Ärzte ohne KI sozusagen irgendwann überlegen sein und die bessere Versorgung machen. Das ist unser Gedanke dabei und deswegen ist unser Rat an alle. Schaut euch diese Lösung an, die es gibt am Markt und überlegt euch, können wir dir helfen in meinem Praxisbetrieb? Wir glauben ja ganz oft. Man muss sich eben genau überlegen, in welcher Situation stecke ich als Praxis? Wo drückt bei mir der Schuh? An welcher Stelle könnte ich Unterstützung gebrauchen? Das ist in Das können überall verschiedene Workflows sein und das muss man für sich rausfinden. Und mein Rat wäre es, diese Frage zu erlauben und sich darauf einzulassen und zu gucken, an welcher Stelle kann ich Unterstützung gebrauchen. Jetzt habe ich aber dich böse abgewirkt gerade und du wolltest eine Frage stellen.
Stefan: Nee, ist überhaupt gar nicht schlimm. Das ist genau der richtige Bereich, denn wir reden ja jetzt hier gerade nur über dieses eine Thema und kaum über das andere, wie auch, weil das ja unser Thema ist. Manche, ich höre dann immer an den Praxen, wenn die, ich habe noch fünf Jahre und dann gebe ich die Praxis ab, wozu mache ich das alles noch? Du kennst diese Argumente auch. Hast du da auch noch mal einen Tipp oder einen Hinweis, warum man sich jetzt nicht
Andrej: Habe ich sehr schön. Habe ich sehr schön. Also ich kann ich krebs direkt rein, weil das war für mich so ein Erweckungserlebnis. Wir machen ja seit einiger Zeit. Erzählen wir immer mehr über unsere neue Lösung DS4 für die, die es noch nicht gehört haben. Das ist unsere webbasierte Cloud-fähige Praxis Verwaltungssoftware. Ich sage mal bewusst cloudfähig, weil das DS4
Stefan: Das ist ja mal... Mhm, genau.
Andrej: ist meines Wissens nach die einzige Praxisverwaltungssoftware in Deutschland, die in der Cloud und on-prem laufen kann. Das heißt, die Praxis alleine entscheidet, wo liegen meine Patientendaten. Das haben wir extra bewusst so gebaut, ⁓ den Ärzten die Option zu geben, selber zu entscheiden. Und ich hatte vor, das ist, ich, schon zwei Jahre her, ganz spannenden Austausch mit einer Zahnärztin aus Niedersachsen.
Stefan: Ja.
Andrej: die genau in der Situation war, die du beschrieben hast, die war schon über 60. Und die hat, das war wirklich ganz spannend, hatte dann zu mir gemeint, ja, wissen Sie, ich will ja irgendwann aufhören und ich möchte jetzt im übertragenen Sinne nicht nachher vor dem Problem stehen, dass ich dann versuche eine Ruine zu verkaufen und keinen Nachfolger finde.
Stefan: Ja.
Andrej: Und die hat sich ganz bewusst dafür entschieden, sich mit diesem DS4 und diesen neuen technologischen Möglichkeiten auseinanderzusetzen, weil sie gesagt hat, ich möchte meinem Nachfolger eine zumindest schon mal teilweise digitalisierte und gut aufgestellte Praxis übergeben. Und die ist da einfach ganz unternehmerisch-kaufwändisch rangegangen und hat gesagt, wie kann ich die Wahrscheinlichkeit erhöhen, jemanden zu finden, der meine Praxis mal übernimmt. und ihre selbstgefundene Antwort war, indem ich bestimmte Prozesse schon digitalisiere und bestimmte Dinge schon modernisiere und eben keine Ruine weiterzureichen, sondern ein zumindest schon mal teilsaniertes Objekt, in dem bestimmte Dinge schon auf dem modernsten Stand sind. Das fand ich so naheliegend, ich bin selber nicht drauf gekommen, aber das war also Das ist meine Antwort auf die Frage von Leuten, sagen, soll ich hier noch investieren oder soll ich das nicht tun? Ich verstehe, dass man vielleicht kurz vor einem Ausstieg vielleicht nicht mehr ganz gewaltige Investitionen wie neues DVT sich irgendwie hinstellt, weil das ja oder ganz neue ich sag mal sehr, sehr teure Investitionen tätigt. Das Schöne an digitalen Investitionen ist ja, die sind ja deutlich kleineren Beträgen zu haben. Das heißt, ich kann ganz viel bewirken in Sachen Change und Wandel und Arbeitsteilung und Effizienz und muss nicht zwingend jetzt, ich sag mal, die größten Hardware-Sachen austauschen, sondern ich kann mit mit kleinen Software-Veränderungen schon ganz, ganz viel bewirken. Also meine Antwort ist, man muss deutlich weniger Geld in die Hand nehmen und erzielt vielleicht schneller größere Effekte, als wenn man sich neue Fenster einbaut oder neuen Stuhl sich besorgt, sondern ich kann mit Software-Investitionen ganz, ganz viel für die Zukunft tun und eben einen potenziellen Nachfolger zeigen, dass hier ein gut aufgestelltes Haus. Ich habe schon etablierte Prozesse wie eine moderne Webseite, gut aufgestelltes Online-Terminmanagement. Die Patienten in der Region kennen diese Praxis schon, die wissen, ich dahin komme. Das heißt, Ja, ich glaube, ich wiederhole mich jetzt, aber das wäre meine Antwort auf so eine Frage.
Stefan: Thema Praxis-Webseite beschäftigt mich natürlich ständig, unsere Kunden mit noch nicht barrierefreien oder barrierearmen Webseiten gerade hantieren und ich dann sage, da könnte es ein Problem geben, du hast eine bestimmte Menge an Umsatz, du hast mehr als zehn Leute und da geht es jetzt richtig los in 2026. Dann sagt er auch, na was mache ich das denn, ich höre ja jetzt bald auf, gleiche Argumentation höre ich da auch. Aber ich würde ganz gerne noch eine letzte Frage stellen, bevor wir uns dann hier verabschieden. zwar gibt es irgendwas, wo ihr so in zwei, drei Jahren dran, was du jetzt schon verraten kannst, ich weiß, es gibt bestimmt Dinge, in der Pipeline sind, die man jetzt nicht so öffentlich verraten kann, aber gibt es irgendwas, wo ihr noch mittelfristig dran arbeitet?
Andrej: Also die Roadmaps für unsere Produkte sind picke packe voll. wir haben, wenn ich jetzt drei Stunden hätte und ganz viel erzählen dürfte, könnte ich quasi 40 Themen nennen, denen wir arbeiten. Vielleicht sind es auch 50. Also wir haben noch ganz ganz ganz viele Hausaufgaben. Ich würde jetzt ungern eins rausgreifen, würde es aber gerne abstrakt beschreiben. Die Situation, in der wir heute stecken mit Bürokratisierung und Fachkräftemangel, die wird ja nicht aufhören. Und wenn man sich anguckt, wie der Markt sich entwickeln wird, da gibt es eine ganz frische, große Studie der KZBV zur zahnärztlichen Versorgung bis 2030.
Stefan: Gell?
Andrej: Die empfehle ich wirklich jedem zu lesen. Da stehen ganz, ganz viele spannende Sachen drin. Ich habe mich übrigens sehr gefreut, dass diese Studie rausgekommen ist, weil sie unsere eigenen Prognosen, die wir so vor einem halben Dreivierteljahr aufgestellt haben, sehr genau quasi getroffen haben. Wenn man diese Studie liest, steckt da ganz viel an Dingen drin, an den Softwareanbieter, die morgen eine Bedeutung haben wollen in dieser Welt. Da steckt ganz viel an Antworten drin. Deswegen meine Antwort wäre, liest euch diese Studie durch, guckt da rein, was sich eine KZBV wünscht an Unterstützung, Wohnortnahversorgung möglich zu machen. Genau an diesen Dingen arbeiten wir. Weil wir wollen weiter relevant bleiben, wir wollen Teil der Lösung sein. Und das nehmen wir für uns so in Anspruch. Wir hören unseren Praxen zu. Und wenn die Stimmen an bestimmten Stellen lauter werden, weil man irgendwo an einer unerwarteten Stelle Unterstützung braucht, dann bauen wir eben diese Lösung. Wenn wir gesellschaftliche Bedarfe wahrnehmen, dann wollen wir denen gerecht werden.
Stefan: Das ist mal ein tolles Schlusswort. Nicht Stichwort, sondern Schlusswort. Und ja, Andre, ich danke für deine Zeit und wünsche euch viel Erfolg vor allen Dingen in 2026 mit den Herausforderungen, die ihr da gelöst haben werdet und die neuen Herausforderungen dann bis 2030, über die du gerade zuletzt gesprochen hast. Ja, mach's gut. Danke dir für deine Zeit. Tschüss.
Andrej: Vielen Dank! Jo, bis dahin, Gute, ciao!
Neuer Kommentar